Vielleicht kennen Sie diesen Gedanken: Wenn dieser Auftrag kommt, kann ich endlich aufatmen. Wenn das Unternehmen stabil läuft, werde ich meine Arbeit wieder genießen. Wenn dieses eine Problem gelöst ist, beginnt eine andere Zeit.
Dann gelingt etwas. Ein Kunde sagt zu, eine schwierige Phase ist überstanden, eine wichtige Zahl erreicht. Sie freuen sich. Doch bald steht das nächste Ziel vor Ihnen. Wieder fehlt etwas, bevor Sie wirklich zufrieden sein können. Wie oft haben wir diesen Moment schon in die Zukunft verschoben?
Es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Was erwarten Sie von Ihrem nächsten Erfolg? Mehr Umsatz, mehr Sicherheit, mehr Möglichkeiten sind konkrete Anliegen. Doch vielleicht soll das Ergebnis Ihnen zugleich etwas über Sie selbst bestätigen: Ich bin gut genug. Ich habe es geschafft. Jetzt kann ich endlich ruhig sein.
Damit bekommt das Ziel eine zusätzliche Aufgabe. Es soll über Ihren Wert entscheiden und Ihnen die Freude geben, die Sie bisher vermissen. Entsprechend viel steht innerlich auf dem Spiel. Eine Verzögerung wird zur persönlichen Bedrohung. Eine Absage scheint zu bestätigen, dass mit Ihnen etwas nicht stimmt.
Hier beginnt Ihre Verantwortung für die eigene innere Ausrichtung. Nehmen Sie diese Verantwortung vollständig an. Beobachten Sie, welche Erwartungen Sie an das Ergebnis knüpfen und wie diese Erwartungen Ihren Blick bestimmen. Schon mit dieser Annahme verändert sich Ihre Beziehung zur Aufgabe. Sie erkennen Ihren eigenen Anteil an dem Druck, den Sie erleben.
Die Freude, die Sie suchen, ist bereits da. Ihre innere Ausrichtung entscheidet, ob Sie diese wahrnehmen. Sorgen, Erwartungen und festgehaltene Urteile können sie wie Gedankenwolken verdecken. Während Sie auf den nächsten Erfolg warten, übersehen Sie möglicherweise, was Ihnen schon jetzt zugänglich ist.
Nehmen Sie dafür einen Moment Abstand. Lassen Sie die Überlegungen zum nächsten Ziel kurz ruhen. Ihre Aufmerksamkeit kann sich von der Geschichte lösen, die ständig erklärt, was noch fehlt. Bleiben Sie einen Augenblick ganz ruhig und still. Prüfen Sie an Ihrem eigenen Erleben, was Sie wahrnehmen, wenn Sie gerade nichts erreichen und sich oder anderen nichts beweisen müssen.
Vielleicht wird es ruhiger. Vielleicht bemerken Sie eine Leichtigkeit, die Sie im angestrengten Suchen übersehen haben. Vergleichen Sie diese Erfahrung mit der Anstrengung der vertrauten Getriebenheit:
Was verspreche ich mir von diesem Ziel?
Welche Bedingung stelle ich damit an meine Freude?
Wie begegne ich derselben Aufgabe, wenn ich diese Bedingung für einen Moment ruhen lasse?
Auch der umgekehrte Gedanke verdient Aufmerksamkeit: Meine Arbeit verhindert, dass ich erfüllt bin. Vielleicht gibt es tatsächlich Abläufe, Belastungen oder Vereinbarungen, die Sie verändern wollen. Schauen Sie genau hin. Wenn Sie zugleich jede Freude von dieser Veränderung abhängig machen, verschieben Sie sie erneut auf später.
Aus einem ruhigeren Zustand können Sie die Sache klarer betrachten. Was braucht das Unternehmen tatsächlich? Welche Entscheidung steht an? Welches Gespräch ist erforderlich? Ihr Wissen und Ihre Erfahrung stehen Ihnen weiterhin zur Verfügung. Nun können Sie prüfen, welcher Schritt der Aufgabe tatsächlic dient und wo Sie vor allem versuchen, Ihren persönlichen Wert abzusichern.
Trainieren Sie diese Unterscheidung im Alltag. Es ist wesentlich für ihren Erfolg. Wenn der Druck zurückkehrt, bemerken Sie ihn und richten Sie sich neu aus. Auch diese Übung braucht keinen zusätzlichen Erfolgsdruck. Souverände Gelassenheit ist der Erfolgsgarant.
Sie können sich über einen gewonnenen Auftrag freuen, ein ehrgeiziges Ziel verfolgen und eine schwierige Situation entschlossen klären. Zugleich können Sie entdecken, wie es ist, aus bereits vorhandener Freude zu handeln.
Wie würden Sie heute arbeiten, wenn Ihre Freude nicht erst durch den nächsten Erfolg entstehen müsste?
